Das moderne Yoga

Das traditionelle Yoga kennt unterschiedliche Schulen und Wege, um zum Ziel, zur Erlangung eines kosmischen Bewußtseins zu gelangen.

Die modernen Yogaübungen

Seit dem 15. Jahrhundert hat sich in Indien Yoga vom spirituellen zum körperlichen hin entwickelt. Im Westen wird der körperbezogene Yoga seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dem spirituellen Yoga vorgezogen. Und - der moderne Yogaweg ist nicht mehr an eine Schule gebunden. Im Vordergrund steht die Praxis, in erster Linie die körperlichen Übungen oder auch die meditativen Aspekte. Das heutige Yoga hat keine wirklichen Regeln, allenfalls Verhaltensvorschriften, die als Empfehlung an die Yoga-Schüler zu verstehen sind. Denn die heutige Yoga-Lehre ist kein philosophisches System mehr, sondern sie ist pragmatisch orientiert: die gesundheitsfördernden und therapeutischen Wirkungen stehen im Vordergrund. Yoga wird als Bereicherung des Lebens angesehen, unabhängig von religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen. Die Zeit der Gurus, der Yogameister, und der Yoga-Doktrinen ist vorbei. Allein maßgebend sind nur noch die unumstrittenen positiven Wirkungen der Yogapraxis.

In der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts hat sich das moderne Yoga entwickelt. Es ist nicht an eine bestimmte historische Schule geknüpft. Die Praxis des Yoga steht im Vordergrund; diese kann körperbezogen oder mediativ sein. Yoga wird angesehen als individuelle Bereicherung oder als Beitrag zur persönlichen Entwicklung, weitgehend unabhängig von religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen des Schülers. Gurus und Doktrinen haben keine besondere Bedeutung mehr.
Verhaltensvorschriften gibt es sehr wenige; die Regeln sind für die Schüler Empfehlungen ohne verpflichtenden Charakter. Das moderne Yoga ist kein philosophisches System. Methoden zur Reinigung werden in Hinblick auf gesundheitsfördernde Wirkungen gesehen. Yoga hat einen Trainingseffektes auf Körper und Geist. Die Psychosomatik kennt das Zusammenspiel von Körper und Geist ebenso.
Im Sinne eines ganzheitlichen Körperbegriffs, sarira genannt, gibt es auch moderne Yoga-Richtungen, die das soziale und ökologische Umfeld mit in den systemischen Körperdialog einstellen, z.B. das Marma-Yoga.

Yoga-Richtungen (Schulen)

Im Westen wird das eher körperbetonte Yoga Hatha Yoga genannt.
Das Iyengar Yoga ist eine neuzeitliche Yoga-Richtung in Deutschland. Es handelt sich um eine sehr körperbetonte Yoga-Art, die ggf. auch einfache Hilfsmittel einsetzt, um für Ungeübte die Yoga-Übungen zu vereinfachen. Diese Yoga-Übungsrichtung schafft es, sehr präzise und subtil zu arbeiten.
Das Kundalini-Yoga hingegen konzentriert sich auf die Erweckung und Lenkung der Kundalini-Energie.
Stärker religiös ausgerichtete Yogaschulen sind etwa das Tantra Yoga und das Tibetisches Yoga.
Beim Marma Yoga steht der Selbsterfahrungsaspekt der Übungen im Vordergrund. Übungstechnisch genau eingenommene Haltungen werden als eine Art Prüfung angesehen, bei der man seinem Körper die Gelegenheit läßt, zu „sprechen“ und über diese Reflexion anschließend die Übungen anpasst.
Kum Nye ist ein buddhistisches Heilyoga und Yantra Yoga ein tibetisches Yoga, das als Hilfe bei der Meditation angewand werden kann.
Das tibetisches Traumyoga dehnt den Anwendungsbereich geistig-yogischer Übungen auf den Schlafs aus.
Das Kriya Yoga findet seinen Ursprung bei Paramahansa Yogananda zurück.
Das integrale Yoga von Aurobindo ist eine Synthese und Weiterentwicklung der klassischen Yogaausprägungen.
Das Sahija Yoga ist sektenartig strukturiert.

Hervorzuheben ist auch das Ashtanga-Vinyasa-Yoga, in dessen Zentrum ein diffiziles Hatha-Yoga-System mit sechs festgeschriebenen Serien von atemsynchronen Yogastellungen steht, oder auch das integrale Yoga, dass aus einer Vereinheitlichung der klassischen Yoga-Wege besteht. Es fußt auf den indischen Yoga Gelehrten Aurobindo. Das Iyengar-Yoga ist ein Richtung des Hatha-Yoga, das auf Hilfsmittel, etwa Matten und Gurte und Klötze zurückgreift. Das Kriya-Yoga hat die Selbstverwirklichung durch eine Gottvereinigung zum Ziel und ist eine Unterform des Raja-Yogas. Das Kum-Nye-Yoga ist ein buddhistisches Heilyoga. Das Tantra-Yoga ist ein tantrischer Yoga zur Erweckung der Kundalini-Kraft in den Chakren. Dieses Ziel verfolgt auch das Kundalin-Yoga oder das Laya-Yoga. Eine moderne Yoga-Richtung ist auch das Lach-Yoga oder Hasya-Yoga, das auf Übungen mit grundlosem Lachen basiert.