Die Vollatmung

Pranayama setzt sich aus den zwei Sanskrit-Wörtern prana und ayama zusammen.

Prana steht für Energie und meit die Lebenskraft, die das Universum für uns bereithält, damit es uns auf allen Ebenen durchdringt. Für den Yogi ist die Aufnahme von Prana über die Atmungsorgane relevant.

Ayama heißt Verlängerung, Auswertung und Kontrolle.

Pranayama heißt somit verlängerte Atmung unter Kontrolle, kontrollierte, lange Atmung.

Leider atmen wir, je älter wir werden, immer unnatürlicher. Die natürliche Atmung ist die tiefe Vollatmung. Sie beginnt damit, dass nur durch die Nase ein- und ausgeatmet wird.

Das Einatmen können wir uns als Füllung eines birnenförmigen Gefäßes vorstellen. Der untere Teil der Birne, der größte, steht für unseren Bauch, den wir füllen, wölben und vorstrecken. Der mittlere Teil der Birne ist schlanker und wir verbinden dieses Bild mit unseren Flanken neben den Rippen. Ist der Bauch voll, wird der mittlere Teil gefüllt und durch Dehnung größer gemacht. Als letztes füllen wir den Teil der Brine, an dem der Stil sitzt, also unstere Schultern, die wir nach oben heben, zusammen mit dem Hals.

Ausgeatmet wird von oben nach unten durch Senken der Schultern und leichtes Einziehen des Bauchs, wenn wir die Atemluft aus ihm hinauspressen.

4. Stufe des Raja Yoga

Pranayama ist die 4. Stufe des Raja Yoga, das auch Ashtanga Yoga oder Kriya Yoga genannt wird, basierend auf den Yoga Sutren des Patanjali. Es ist die Zusammenführung von Geist und Körper duch Atemübungen.

Pranayama ist ein Sanskrit Wort. Prana ist die Lebensenergie, Ayama bedeutet kontrollieren bzw. erweitern. Pranayama heißt also die Regulierung und Vertiefung der Atmung durch bewußtes und dauernde Übungen.

Man kann Prana auch mit Atem übersetzen, denn die Atmung trägt die Lebensenergie. Ursprünglich war der Begriff Prana jedoch mit einem weiteren Spektrum an Bedeutung belegt.

Die Konzentration auf den Atmungsvorgang und die bewußt ausgeführten Atemtechniken beeinflussen das eigene Bewußtwerden und das Bewußtsein.

Bei den Pranayama Übungen ersetzt man die unbewußten Atmungsvorgänge durch bewußte Atmungspraktiken. Es wird zunächst eine Sensibilisierung für den Atmungsvorgang erreicht. In einer zweiten Phase können unbewußte, eingefahrene, negative Atmungsmuster positiv verändert werden. Mit bestimmten unbewußten Atemmustern sind unbewußte emotionale Muster der Psyche verbunden, beispielsweise führt Angst zu einer flachen Atmung.

Die Praxis der Atmung verbindet somit die Vorgänge des Körpers mit denen des Geistes. Pranayama nimmt deshalb im Yoga einen großen Stellenwert ein. Pranayama ist die älteste Atemtherapie, deren Ursprünge bis auf die Upanishaden zurückgehen.