Darmreinigung

Uddiyana heißt „den Vogel hinauffliegen lassen“. Das bedeutet, die Energie nach oben steigen zu lassen, indem man die Bauchdecke oberhalb des Nabels nach innen zieht und nach hinten Richtung Wirbelsäule presst.

Bandha kommt von bandh und wird mit binden oder fesseln übersetzt. In unserem Fall fesseln wir den Bauch an die Wirbelsäule.

Diese Yogaübung wird auch als Baucheinziehen oder Darmreinigung bezeichnet.

Man startet mit der Übung im Stehen, die Füße sind 30 cm auseinander. Nun beugt man sich nach vorne, legt die Hände auf die Knie und verlagert das Gewicht drauf, d.h., man stützt sich ab. Nun tief einatmen und tief ausatmen. Ausgeatmet den Atem anhalten. Es ist wichtig, dass keine Luft mehr in der Lunge ist, wenn sie mit der Übung fortfahren. Der Bauch wird entspannt und jetzt so tief eingezogen und hochgezogen, als wolle man mit dem Bauchnabel die Wirbelsäule berühren. Man verharrt eine Sekunde mit dem eingezogenen Bauch und läßt ihn dann hervorschnellen. Dann wieder sofort den Bauch ein- und hochziehen, so stark, dass di Halsmuskeln mit einbezogen werden. Eine Sekunde halten, dann wieder vorschnellen lassen. Man wiederhalt dies drei- sechsmal. Der Atem bleibt dabei angehalten. Nun entspannen und tief einatmen, die Atmung beruhigen und die gesamte Übung noch zweimal wiederholen. Im Detail:

Die Ausführung der Yoga-Übung Bauchpresse

1. Stand: Die Füße werden beckenbreit von einander aufgestellt. Wir gehen leicht in die Hocke und neigen uns dabei nach vorn und stützen uns dabei mit den Händen oberhalb der Knie auf den Oberschenkeln ab.
2. Einatmen, den Kopf heben und den Rücken lang und grade machen.
3. Tief ausatmen, den Kopf sinken lassen und das Kinn gegen das Brustbein pressen. Den Bauch ziehen wir nun soweit wie möglich ein, ziehen ihn hoch und „binden“ ihn an die Wirbelsäule, nachdem wir alle Luft aus den Lungen gepreßt haben.
4. Wir halten die Atmung so lang still, bis das Einatmen kommen muß.
5. Vor dem Einatmen den Bauch loslassen, den Kopf heben und langsam tief einatmen.
6. Den Rumpf beim Ausatmen nach vorn beugen und laut „ho“ intonieren.
7. Einatmend wieder bei Nr. 3 beginnen.

Sechs bis acht Wiederholungen.

Uddiyana Bandha insgesamt wie oben beschrieben kann bis zu dreimal am Tag wiederholt werden

Wirkung der Yoga-Übung Uddiyana-Bandha

Die Wirkung der Übung äußert sich positiv auf den Oberbauch und damit auch Leber, Magen, Bauchspeicheldrüse, Zwölffingerdarm und Teile des Dickdarms.

Durch den Baucheinzieher wird die Bauchmuskulatur gestärkt. Ausserdem hilft die Übung bei Verstopfung und sorgt für eine gute Verdauung, die Darmperistaltik wird angeregt. Auch die Organe des Unterleibs erfahren ein positive Wirkung.

Das Hochziehen des Bauches aktiviert das Zwerchfell, stärkt die Bauchmuskulatur und massiert das Herz, das ja oberhalb des Zwerchfells sitzt. Nebenbei wird venöses Blut aus den Beinen und Becken angesaugt.

In psychischer Hinsicht manifestiert sich die positive Wirkung im Bereich des Sonnengeflechts. Da der gesamte Oberbauch vom solaren Prinzip beherrscht wird, steht er auch sinnbildlich für Willen und Tat. Probleme werden durch diese Übung besser verarbeitet. Auch das größte Problem, die Angst vor dem Tod.

Uddiyana-bandha sollte nur mit leerem Magen und Darm geübt werden. Die Spannung der Bauchdecke ist unbedingt zu lösen. Das Einatmen sollte jedoch ohne Hast, langsam, weich und lautlos erfolgen. Deshalb die Luft-Anhaltphase nicht zu lang ausdehnen.

Wird Uddiyana-Bandha richtig ausgeführt, so erlangt der Yoga-Schüler die Fähigkeit, sich über seinen Alltag mit seinen Problemen zu erheben, weil Energie vom Grobstofflichen, Erde / Wasser zum Feinstofflichen Luft / Äther aufsteigt.

Bauchpresse – Pavanamuktasana

Dies ist eine Variante der Bauchpresse, eine Yogaübung, die im Liegen ausgeführt wird. Der Yoga-Name lautet Pavanamuktasana.

Man liegt auf dem Rücken, zieht das rechte Knie – dabei einatmend – an den Leib, indem man es mit den Händen umfaßt und presst es gegen den Bauch. Die Stellung wird für etwa 30 Sekunden gehalten. Nun atmet man aus und legt das Bein langgestreckt wieder ab. Diesen Vorgang führt man nun mit dem linken Knie und schließlich mit beiden Knien durch.

Die Bauchpresse ist hilfreich bei Blähungen und Darmträgheit und verbessert die Elastizität der Hüften und der Knie. Es ist eine Morgenübung.