Meditation im Yoga: Dhyana

Pantanjali hat gesagt: „Das Festhalten des Bewußtseins in der Leere des Raumes ist Konzentration“.

Und Konzentration ist ein wesentlicher Bestandteil der Meditation.

Mudra – Bandha ist die Yoga-Konzentration

Mudra ist eine symbolische Handbewegung oder Handstellung. Wir kennen als Beispiel die zum Gruß aneinander gelegten Hände, die das Wort Namaste begleiten. Von seinem Ursprung her jedoch bedeutet Mudra jedoch Freude oder Geste.

Bandha hingegen bedeutet Verschluss. Gemeint ist damit etwa eine konzentrative Muskelanspannung.

Die Kombination der Konzentrationshaltung Mudra mit mit der Anspannung der Muskeln ist dann Mudra – Bandha.

Nach der Philosophie des Yoga kann mit den Bandhas der Fluss der feinstofflichen Energie, Prana genannt, in den Energiebahnen, Nadi, gesteuert und reguliert werden. Die Energie zirkuliert zwischen den Chakren, den Energiezentren. Die Bandhas können somit als Ventile eingesetzt werden.

Die Gesetzmäßigkeit des Lebens – Seele, Geist, Körper

Yoga wird – besonders in Indien – vor dem oben bereits angesprochenen philosophischen Hintergrund gesehen. Es wird die Einheit von Seele, Geist und Körper betont. Im folgenden soll dies noch einmal mit einfachen Worten verdeutlicht werden:

Seele

Die Seele ist nicht nur der wichtigste Teil des Ichs, sondern auch der empfindlichste Teil. Eine genaue Definition von Seele ist unmöglich. Die Seele äußert sich mit Echtheit und Gefühlstiefe im Bereich des Gemüts. Durch sie erleben wir Höhen und Tiefen, wie Freude und Traurigkeit, Lebenslust und Depressionen. Sie gibt uns das Gefühl von Wertigkeit und Minderwertigkeit. Deshalb muss die Seele im Mittelpunkt unseres Lebens stehen. Nur durch sie ist es möglich, ein freudiges, lustvolles und zufriedenes Leben zu leben.

Die Seele ist mit dem Körper und dem Geist untrennbar verwoben. Leidet die Seele, leiden auch der Körper und der Geist. Genau dasselbe erfolgt umgekehrt. Um ein Kranksein der Seele zu verhindertn, ist eine Pflege derselben vonnöten. Dazu bedarf es der genauen Kenntnis darüber, was die Seele von uns als Pflegemittel braucht: die Seele braucht die Kommunikation mit uns. Und da sie ein Teil unseres Seins ist, geht dies nur über unsere eigenen Gedanken. Das Empfangswerkzeug der Seele ist die Imagination – eine geistige Angelegenheit. Denken wir hier an die vielen Meditationsformen als eine Art Seelsorge.

Die Urform Seele ist im Bereich der energetischen Feinstofflichkeit zu suchen. Sie ist unvergänglich und unterliegt auch nicht dem Tod des Körpers. Deshalb müssen wir uns die Frage gefallen lassen, wo sie vor unser Geburt war und wo sie nach dem Körpertot bleibt. Unser Zufriedenheit hängt von der Glückseeligkeit ab. Betreiben wir deshalb eine Seelsorge aus dem Gesichtspunkt der prophylaktischen Pflege, machen wir unsere Seele glücklich.

Geist

Der Geist des Menschen besteht gleich der Seele aus energetischer Feinstofflichkeit. Auch das Geistige ist lokal nicht feststellbar. Wir finden das seelische / geistige nur im Ausdruck des Körpers.
Während die Seele des Menschen als eine alles umfassende Energiequelle am oder im Körper verstanden wird, die dem Körper Geist, Leben und Wachstum ermöglicht, ist das Geistige in uns das Bindeglied, um mit der Seele zu kommunizieren.

So wie die Seele sich durch das Gemüt äußert, erkenne wir den Geist über die Gedanken und den Verstand. Hüten wir uns davor, Geist mit Verstand gleichzusetzen. Der große Yogi Rishi Ramana sagt dazu folgendes: „Der Verstand wird aus den Gedanken gebildet. Stelle das Denken ein und zeige mir dann, wo der Verstand ist.“ Durch diese Formel, die gleich die Lösung beinhaltet, erkennen wir, dass der Geist der Vater der Gedanken ist, die wiederum den Verstand nicht nur bilden, sondern auch beeinflussen.

Für diese Abläufe wird das Gehirn gebraucht. Dieses Organ, mit einem Computer vergleichbar, ist ein physisches Werkzeug, das es uns ermöglicht, mit unserer Seele zu kommunizieren. Gedanken strömen unentwegt auf uns ein. Mit geistiger Hilfe müssen wir sie sortieren und das für uns gut befundene konzentriert an die Seele weitergeben. Nur gute, positive Gedanken fördern eine glückliche Seele, die wiederum einen zufriedenen, gesunden Körper hinterläßt.

Geist ist Bewußtsein. Bewußtsein ist Verstandesebene. Wie aufgezeigt, hat jeder es in der Hand, sein Schicksal selbst zu bestimmen. Im Einklang mit den kosmischen Naturgesetzen kann sich der Mensch auswählen, ob er ein zufriedenes oder qualvolles Leben leben muß. Die Ursache liegt im freien Bewußtsein, seine Gedanken selbst auswählen zu können; in der Entscheidung über Sklaverei oder Freiheit.

Körper

Der Zweck unseres Lebens auf dieser Erde wird mit ziemicher Sicherheit ein geistiger sein. Denn alles, was die Natur erschaffen hat – auch Dinge durch den Menschen – ist Geist. Der Lebenszweck wird vielfältig interpretiert und jeder von uns muß ihn suchen und wird ihn finden.

Unser physischer, matereiller Köper aus Wasser, Fleisch und Knochen ist das Werkzeug und die Wohnung der Seele und des Geistes auf Zeit, um obigen Zweck zu erfüllen. An dieser Stelle werden wir es jetzt auch verstehen, wenn gesagt wird, dass „mein Körper und ich nicht ein und dasselbe sind“. Ich besitze den Körper mit all seinen Teilen und was ich besitze, kann nicht „ich“ sein. Wenn mein Körper tot, gestorben ist, besitzt er noch alle chemischen Bestandteile wie zuvor der lebendige Körper. Jetzt, gestorben, ist er bewegungslos und unterliegt den Gesetzen des Verfalls. Das seelisch / geistige, das den Körper belebte oder beseelte, ist jetzt körperlos geworden und folgt anderen Gesetzmäßigkeiten. Aufgrund dieser Gegebenheiten existiert auch mein „ich“ nach anderen Gesetzen weiter, um den Zweck unseres Planeten mit Pflanzen, Tieren und Menschen weiter zu verfolgen. –

Zurück zum lebendigen Körper. Da, wie oft gesagt wird, nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen kann, ist es eine von der Natur gewollte Aufgabe, unseren Körper gesund, sauber und widerstandsfähig zu erhalten. Dazu gehört: Bewegung und Führung mit all den vielen Anwendungen.
Ich bin in der Lage, über mein Bewußtsein die richtigen Entscheidungen für meinen Körper zu treffen, die ihn gesund und in Form halten. Gelingt mir dies, habe ich meinen Lebenszweck erreicht und ich bin der Frage nach dem Zweck der Welt ein Stück näher gekommen.

Die Wunderwelt der Yoga-Meditation

Yoga ist Indiens geistige Ebene zur Selbstfindung und ist seit hundert Jahren auch zu einem wesentlichen Bestandteil westlichen Denkens geworden. Unter der Selbstfindung wird die Reinigung und Gesundung des ganzheitlichen Körpers mit dem Einschluß von Körper, Seele und Geist verstanden, so dass die Realität hinter der Scheinwelt des Alltags erfahren wird. Die Erfahrung der Realität bringt die Befreiung von der matieriellen Welt mit sich und weist, wie nach der Lehre des Buddhisimus, den Weg zur Erlösung bzw. Erleuchtung.

Aufgrund seiner vielseitigen Struktur ist Yoga keine Religion sondern ein geistiger Prozeß. Über körperliche Übungen wird bewußt Einfluß auf das Unbewußte genommen, d.h. mit Yogapraktiken können wir unsere seelischen Abläufe beeinflussen, wie auch die Seele den Körper beeinflußt. Aus diesem Grund ist das körperbezogene Yoga (Hatha-Yoga) nicht nur eine Aneinanderreihung von Leibesübungen, sondern auch eine philosophischer Weg.

Mit dem Hatha-Yoga schreitet der Yogi nun vom Grobstofflichen zum Feinstofflichen, zum Atem, und zu den Übungen, die den Atem betreffen (Prana Yama). Prana Yama – Atemkontrolle – ist eine der wichtigsten Grundtechniken des Yoga. Durch Herrschaft über die Atmung wird die Kontrolle über Körper, Seele und Geist errungen.

Über obiges hinaus geht der die Feinstofflichkeit betreffende Übungsweg jedoch weiter. Durch Konzentration auf ein inneres Bild erfährt man in der Meditation als Höhepunkt die Ekstase. Hier ist der Meditierende eins mit dem Meditationsobjekt. Das individuelle Bewußtsein fließt nun in das kosmische Selbst/Bewußtsein ein.

Jeder Yogi lernt zu Anfang, dass er und das Universum eins ist – weil er daraus entstanden ist. Gott hat ihn mit Verstand und Wissen erschaffen. Und genau wie er ist auch der Mensch Herr seines Schicksals. Niemand anderes schuf das Schicksal. – „Aus diesem Grund kann Dir niemand helfen als Du selbst; Yoga ist ein Weg dazu.“ – so wieder ein Yogalehrer Indiens.