Die Reise nach Rishikesh führt ins ins indische Yoga – Mekka, der Stadt am Ganges in Nordindien, in der das Yoga allgegenwärtig ist. Es ist die Stadt der Ashrams und indischen Yoga-Schulen.

Yogaübungen von Rishikesh

Rishikesh ist deshalb auch nicht von ungefähr der Name einer berühmten Yoga-Reihe, also eine Reihe von Yogaübungen, die in das Repertoire eines jeden Yoga-Praktizierenden gehören sollten.

Wir stellen diese Yoga-Reihe, die Asanas von Rishikesh vor.

Indien – eine Reise zu den Quellen des Yoga, zur Quelle des Ganges

Jede Reise nach Indien ist eine Reise in eine ganz andere, vielen von uns unvorstellbare, Welt.

Eine Reise nach Rishikesh, der Stadt der Ashrams, in den Himalaya, dem Sitz der Götter, zu uralten Pilgerstätten und zur Quelle des Ganges ist auch eine Reise zur eigenen, inneren Quelle, zum eigenen Selbst.

Mata Ganga nennen die Inder den Ganges, „heilige Mutter Ganges“. Dieser Fluß trägt seine lebensspendenden Wasser 2700 km durch die nordindische Tiefebene. Er ist für die indischen Gläubigen der Inbegriff einer göttlichen Energie, welche von Gott Shiva vom Himmel auf die Erde gebracht wurde; die Wasser des Ganges sind der Nektar der Unsterblichkeit. Durch ein Bad im Fluß wird das Karma aus früheren und jetzigem Leben abgewaschen, eine günstige Wiedergeburt ermöglicht.

Von den Hügeln um Haridwar sieht man die Schneeberge des Himalaya und die etwa 25 km entfernt liegende Stadt Rishikesh. Dort tritt der Ganges aus dem Gebirge in die Ebene.

Von Rishikesh wird gesagt, es sei die Stadt der Ashrams und der Seher. Ein Ashram ist ein klosterähnliches Meditationszentrum. Shrama bedeutet Anstrengung, die Vorsilbe a- bedeutet „nicht“. Ashram ist somit ein Ort, an dem man die Anstrengung loslassen kann. Überall in Indien trifft man auf Ashrams. Ihr Spektrum reicht von der kleinen, im Wald gelegenen Hütte, bis zur durchorganisierten Siedlung mit Schule, Krankenhaus und anderer sozialen Einrichtung.
Alle bedeutenden Ashrams in Rishikesh liegen an den beiden Ufern des Ganges, etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt.
Ein Ashram ist eine Herberge, ein heiliger Ort und ein Kloster in einem. Man kann in einem Ashram einen oder zwei Tage als Pilger verbringen, einige Wochen als Lernender bleiben oder sein ganzes Leben. Es herrscht dort kein religiöses Dogma; Angehörige jeder Glaubensrichtung finden dort einen Platz.

Das Stadtbild Rishikeshs wird geprägt durch die unzähligen gelb-schwarzen Autorikschas. Die Landesstraße führt als Hauptstraße quer durch die Stadt. Es drängen sich Fußgänger, Radfahrer, Busse, Mofas, Autos – und Kühe; ein Verkehrschaos, aber es funktioniert.

Swami Sivananda

Der bekannte Yoga-Großmeister Swami Sivananda gründete 1936 den Sivananda-Ashram in Rishikesh und die Divine Life Society. Dieser riesige Ashram hat weltweite Niederlassungen und Verbindungen.
Sri Swami Sivananda machte die Notwendigkeit deutlich, die Bedürfnisse der menschlichen Seele zu befriedigen und gleichzeitig weltliche Hilfe zu leisten.

1948 rief Swami Sivananda die „Yoga Vedanta Forest Academy“ ins Leben. In über 200 Büchern beschäftigte er sich mit den Lehren des Yoga und des Vedanta. Erlehrte den „Yoga der Synthese“, der Hatha Yoga und Raja Yoga, Jnana Yoga, Karma Yoga und Bhakti Yoga vereint.

Der Leitspruch des Ashrams der Divine Life Society lautet: Diene, Liebe, Meditiere und Verwirkliche. Der Ashram hat über 800 Quartiere, Gebetshallen, Yogasäle, ein eigenes Krankenhaus u.v.m. Dort findet jeder kostenloses Quartier, Verpflegung und eine Behandlung im Krankheitsfall.

In Rishikesh ist der Ganges rein und klar, er ergießt sich aus der Enge der Gebirgstäler in die Ebene. Vielleicht ist das der Grund, warum Rishikesh die Stadt der Ashrams geworden ist. Die Gläubigen sehen hier ihre „Mata Ganga“ als besonders heilig. Deshalb ist Rishikesh für ein rituelles Bad im Fluß, das jeder Inder mindestens einmal im Leben gemacht haben sollte, besonders geeignet.

In Rishikesh trifft man Sadhus, Wandermönche und Asketen. Oft vereint ein solch „Heiliger“ alle drei dieser Eigenschaften in sich. Ein Sadhu, oder Sadu, hat die Grenzen seines bisherigen Lebens gesprengt. Er lebt asketisch in einem Reich ohne Grenzen, im „Reich des universellen Bewusstseins“. Hier beginnt für ihn das Ringen um Vollkommenheit, welches in die Erkenntnis münden soll, die da lautet: „Der Vater und ich sind eins.“

Dem Glauben der Sadhus zufolge ist die Welt nur Trug und Schein. Sie entsagen deshalb der Welt und beschreiten den Pfad der Buße und Askese. Sadhus üben sich im Karma-Yoga. Wie sie die spirituellen Übungen beherrschen, verlassen sie ihren Wohnsitz und durchwandern das Land. Ganz „extreme“ Sadhusleben an Einäscherungsstätten und verwenden Schädeldecken, die sie aus dem Ganges fischen, als Bettlerschale.

Die Hängebrücke in Rishikesh über den Ganges hat etwas verbindendes – wie alle Brücken. Sie verbindet die Ashrams, die an den Ufern des Flusses liegen. Die vielen Fische im Fluß werden von den Pilgern, als Zeichen der Fürsorge des Menschen für das Tier, gefüttert.

Rishikesh ist Ausgangsort für eine Pilgerfahrt zur Gangesquelle im Himalaya.